Neuer Ansatz - Nachhaltigkeit

Computer der ersten Stunden - noch alle funktionsfähigJahrelang habe ich mit viel Unterstützung durch Spenden und auch aus eigenem Antrieb verschiedene Dinge nach Namibia gebracht oder vor Ort gekauft und dann an die Projektstandorte transportiert. Dies waren vorrangig Wäsche, Lebensmittel, Spielsachen, Fahrräder, Projektoren, SmartPhones und Computer. Lebensmittel und Wäsche sind eher vergänglich, der Rest ist größtenteils noch vorhanden, spricht somit schon von einer gewissen Nachhaltigkeit.
Typische Klasse in GochasDennoch ist mir auf meiner letzten intensiven Reise im November 2019 deutlich geworden, dass die groben bisherigen Ziele, die Kinder irgendwie durch Kindergarten und Schule zu bekommen, nicht nachhaltig sind. Gut, richtig und wichtig sind diese Ziele auf jeden Fall, nur was passiert mit all diesen Kindern und dann irgendwann Jugendlichen, wenn sie die Schule verlassen? In der absoluten Masse wandern sie direkt in die Arbeitslosigkeit. Dies liegt zum einen sicherlich am sehr schlechten Angebot an Arbeitsstellen in ganz Namibia, aber noch schlechter am Standort Gochas und Umgebung. Zum anderen auch an dem Leistungsstand, dem Ausbildungsstand, dem Kenntnisstand und der bisherigen beruflichen Orientierung und Ausrichtung der Kinder während der Schulzeit.
Glückliche namibische MädchenUnd hier müssen wir, müssen die Lehrer aber auch die Eltern und die Gemeinde ansetzen. Wir alle müssen hier andere Schritte gehen, um diese Situation deutlich zu verbessern. Wir müssen die Kinder auf einen anderen, einen deutlich besseren Bildungsstand bringen. Dies allein schafft natürlich keine Arbeitsplätze, vielleicht aber schon bessere, wissendere und mehr motivierte Arbeitssuchende als heute. Darauf und zu Ideen dazu, komme ich in einem andere Beitrag im Detail zu sprechen. Was mir bei diesem Besuch sehr deutlich geworden ist, ist der Umstand, dass aufgrund von unzulänglich zur Verfügung gestellten Hygiene-Artikel, die Mädchen teilweise eine Woche pro Monat, während sie ihre Periode haben, nicht in die Schule gehen. Dies hat viele Gründe, der Hauptgrund ist aber sicherlich – fehlende Hygiene-Artikel. Und diesem Problem wollen wir mit dem Projekt Wiederverwendbare Binden deutlich entgegen wirken.