Warum dieses Projekt?

Mein Name ist Frank Clausen, Afrika-Fan, Haupt-Autor dieser Seite und beruflich bin ich im EDV-Bereich zu Hause. Mein Interesse und meine immer weiter wachsende innige Liebe für das südliche Afrika entstand mehr durch einen Zufall oder besser durch eine Schicksalsfügung! Mein vorheriger Arbeitgeber eröffnete Mitte 2006 in Johannesburg (Südafrika) ein Büro und ich durfte mich um die entsprechenden Infrastrukturmaßnahmen kümmern. So kam ich das erste Mal ins südliche Afrika. Warum unterstütze ich Projekte im südlichen Afrika und hier aktuell in Namibia oder warum engagiere ich mich überhaupt in diesem Bereich? Meine grundsätzlichen Gedanken unterscheiden sich nicht großartig von denen vieler anderer die ich kenne oder kennenlerne, mit dem Unterschied, ich rede nicht nur darüber. Ich will ‚Gutes‘ tun, möchte aber auch wissen, was mit den Spenden tatsächlich passiert, sprich wo kommt was an? Wofür Spende ich tatsächlich? Bekomme ich irgendeine Art von Rückfluss zu dem, was mit meiner Spende passiert? Wie groß ist der Anteil meiner Spende, der für die Organisation draufgeht?

Alles berechtigte Fragen, ich möchte aber zusätzlich noch die Chance haben, mitzuverfolgen und zu begleiten, wie sich das ‚Gute‘ entwickelt. Während eines Urlaubs in Namibia im Januar 2015 hatte ich das Glück, über meine langjährigen Bekannten, Marieta und Pieter Liebenberg inzwischen Ex-Besitzer der Farm Tranendal, ca. 35 km südlich von Gochas gelegen, den Kontakt zur Gemeinde von Gochas mehr durch einen Zufall aufzunehmen – sprich ich habe dieses Projekt nicht gesucht, es hat mich gefunden.

Auslöser war ein Projekt der Auszubildenden meines ehemaligen Arbeitgebers mit dem Titel ‚Brillen ohne Grenzen‘ Ende 2014. Hier wurden gebrauchte, nicht mehr genutzte Brillen für kurzsichtige, für weitsichtige Menschen oder auch einfach nur Sonnenbrillen sehr großzügig von der Belegschaft zusammengetragen. Als es dann darum ging, diese Brillen Bedürftigen zukommen zulassen, habe ich mich auch um einen Teil bemüht, vor dem Hintergrund, dass ich diese Brillen direkt vor Ort an die Menschen in Afrika verteilen kann. Die Übergabe an eine Organisation ist auf jeden Fall auch eine sehr gute Idee, aber man bekommt in der Regel keinerlei Rückmeldung, was mit der Spende passiert ist. Und selten ein Foto oder ein Video, welches explizit mit der Spende verknüpft ist.
Und hier kamen Marieta und Pieter ins Spiel. Ich hatte vor meiner Reise bei ihnen angefragt, ob die beiden Bedürftige in ihrem Umfeld hätten, die eine Brille benötigen. Kurz vor dem Start der Reise kam dann auch die positive Rückmeldung, dass sich aus der nahen Gemeinde Gochas, ca. 30 Personen gemeldet haben. Bei meiner Ankunft auf der Farm, an einem späten Samstagnachmittag, dann die Einweisung in den groben Ablauf für den folgenden Tag, einem Sonntag. Ich könnte 2 Angestellte der Farm, Katrina und Isak, die auch aus Gochas stammen, mit nach Gochas zum Gottesdienst zur Kirche nehmen. Dort mit dem Pfarrer über den möglichen Ablauf sprechen, um dann nach dem Gottesdienst die Brillen an die Bedürftigen zu verteilen. Und wie dies dann tatsächlich abgelaufen ist, zeigt der folgende Film.
Erfahrungsbericht „Brillen ohne Grenzen“ aus Gochas – Namibia (Januar 2015 / 16:09 Min.)
(wenn das Video nicht startet, bitte einen anderen Browser probieren, IE, Chrome oder Firefox)
Zurück zu den oben erwähnten Fragen und daraus ergibt sich eine einfach abgeleitete „Gibt es ein Projekt, bei dem jeder Euro ohne Abzug den Bedürftigen zu Gute kommt?“
Es könnte / sollte dieses Projekt sein. Warum? Weil hier keine Gelder für organisatorische oder andere verwaltungstechnische Belange aufgewendet werden. Alle monetären oder Sachspenden kommen direkt bei den Bedürftigen an. Regelmäßige Rückmeldungen vom Projekt erfolgen über mich und diese Homepage. Zusätzlich gibt es schon jetzt ein kleines Netzwerk über das ein kontinuierlicher Austausch erfolgt. Über die Frau des Pastors einer Kirche in Gochas, der Leiterin des Kindergartens, Lehrerinnen der Schulen, ein engagiertes Pärchen aus dem Ort und über Marieta und Pieter Liebenberg. Und wie ich feststelle, ergeben sich regelmäßig weitere Kontakte. Und was versuche ich anders zu machen, als die normalen Spendenprojekte? Ich versuche mindestens ein mal pro Jahr vor Ort zu sein, um mir persönlich einen Eindruck zu verschaffen, ob und wie die Spenden dort ankommen und eingebracht werden. Auch bleibe ich durch aktive und nachhaltige Begleitung und Beteiligung mit den Projekten in Kontakt. Natürlich arbeite ich ehrenamtlich für dieses Projekt und ohne Spesen- und Aufwandsentschädigung. Auch meine Reisen zum Ort bezahle ich selbst und es werden keine Spenden dafür verwendet.
Für mich haben sich zwei Aussagen nachhaltig in mein Denken und Handeln eingebrannt: „Ernährung und Bildung – Schlüssel für eine Zukunft!“ und „Wenn der Start ins Leben aber schon an mangelnder Nahrung scheitert, was dann?“ – Ich möchte etwas tun, damit zumindest diesen Menschen, die noch vor der Herausforderung „Leben“ stehen, eine zumindest etwas bessere Chance haben. Natürlich kann nicht allen geholfen werden, aber ist das ein Grund gar kein Hilfe anzubieten? Inwieweit diese dann auch nachhaltig genutzt wird, wird sich zeigen, aber ich bleibe dran!
Mein zweiter Besuch in Gochas, im Juni 2015, ist ein unvergesslicher Tag geworden, warum ist hier… nachzulesen.